das oder dass? Deutsche Nebensätze leicht gemacht

Andrus - Fotolia.com
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Sie klingen absolut gleich, doch man schreibt sie verschieden: das und dass. Glücklicherweise benutzt man dass nur als Nebensatz-Konjunktion. Aber auch das kann einen Nebensatz einleiten …

Beispiel:

Sie sucht das Handy, das ihre Freundin bei ihr vergessen hat.

Ihre Freundin glaubt, dass sie ihr Handy vergessen hat.

Das – Alles ist relativ

Wenn das Wort das nicht als Artikel oder Demonstrativartikel verwendet wird, kann es nur einen Relativsatz einleiten.

Beispiel:

Das Haus ist groß. (Artikel)

Ich habe dir das gestern schon gegeben. (Demonstrativartikel)

Das Auto, das ich gebraucht gekauft habe, ist in der Werkstatt. (Relativpronomen)

In einem Relativsatz gehört das immer zu einem neutralen Nomen (Substantiv). Dieses Nomen erklärt der Relativsatz genauer. Relativpronomen entsprechen ihrem Bezugswort in Genus und Numerus. Der Kasus ist abhängig vom Verb des Relativsatzes.

Beispiel:

Das Haus, das an der Straßenecke steht, ist rot angestrichen. (Neutrum, Singular, Nominativ )

Ich möchte ein Kleid kaufen, das außer mir keine Frau trägt. (Neutrum, Singular, Akkusativ)

 Dass – Gute Beziehungen sind wichtig

Dass-Nebensätze hängen von bestimmten Verben ab. Diese Verben können im Hauptsatz oder in anderen Nebensätzen stehen.Manchmal ist statt eines dass-Satzes auch eine Infinitivkonstruktion möglich.

Ein dass-Satz kann nach Verben stehen, die eine persönliche Haltung, einen Wunsch oder ein Gefühl ausdrücken.

Beispiel

  • annehmen = vermuten – Ich nehme an, dass ich die Stelle bekomme.
  • befürchten – Ich befürchte, dass ich die Stelle nicht bekomme.
  • glauben = annehmen – Ich glaube, dass er die Stelle bekommen hat.
  • hoffen – Ich hoffe, dass ich die Stelle bekommen werde.
  • meinen – Ich meine, dass ich für die Stelle qualifiziert bin.
  • verlangen – Ich verlange, dass Sie meine Meinung anhören.
  • versprechen – Ich verspreche, dass ich gut arbeiten werde.
  • wünschen – Ich wünsche, dass ich die Stelle bekomme.

Ein dass-Satz kann nach Verben des Sagens stehen. In der geschriebenen Sprache ist der dass-Satz dann oft im Konjunktiv. In der gesprochenen Sprache bevorzugen Sprecher den Indikativ.

Beispiel:

  • antworten – Er antwortete, dass er keine Zeit habe (hat).
  • berichten – Er berichtete, dass die Polizei das Haus durchsucht habe (hat).
  • mitteilen – Er teilte uns mit, dass er später kommen werde (wird).
  • sagen – Er sagte, dass er bereits einen Termin habe (hat).

Dass – Nach Präpositionalobjekten (Verben mit Präpositionen)

Manche Verben brauchen eine bestimmte Präposition. Der Kasus des folgenden Objekts ist von dieser Präposition abhängig. Bildet man anstelle des Präpositionalobjekts ein Pronomen, muss man zwischen Personen und Sachen unterscheiden.

Beispiel:

Denkst du an deinen Freund? – Ja, ich denke an ihn. (Freund = Person)

Denkst du an deinen Urlaub? – Ja, ich denke daran. (Urlaub = Sache)

Dass-Sätze können aus solchen Erweiterungen eines Präpositionalobjekts entstehen.

Beispiel.

  • denken an + Akkusativ – Ich denke daran, dass ich einen Termin habe.
  • sich bemühen um + Akkusativ  – Ich bemühe mich darum, dass ich pünktlich komme.
  • sich gewöhnen an + Akkusativ – Ich bin daran gewöhnt, früh ins Bett zu gehen.
  • sich fürchten vor + Dativ – Ich fürchte mich davor, dass ich alleine in den Keller gehen muss.

 

 

 

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