Besondere Probleme: Wo und wohin – die Wechselpräppositionen

 

Marek Kosmal - Fotolia.com
Marek Kosmal – Fotolia.com

Wenn Sie einen Text schreiben, geben Sie manchmal eine Position an, manchmal nennen Sie eine Richtung. In beiden Fällen benötigen Sie Präpositionen. Eine kleine Gruppe häufiger Präpositionen verlangt verschiedene Fälle, je nachdem, ob Sie WO? oder WOHIN? fragen.

Wechselpräpositionen

Es gibt nur wenige Wechselpräpositionen. In ihrer wichtigsten Bedeutung beschreiben sie Positionen im Raum:

an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen

Wann folgt auf die Wechselpräpositionen der Akkusativ?

Wenn Sie eine Richtung angeben, steht das folgende Nomen im Akkusativ. Die Hilfsfrage ist WOHIN?

Beispiele:

Wohin gehst du? – Ich gehe in die Küche.

Wohin soll ich die Blumenvase stellen? – Stell sie auf den Tisch.

Wohin ist der Ball gerollt? – Er ist hinter den Zaun gerollt.

Wohin hast du die Milchflasche gestellt? – Ich habe sie in den Kühlschrank gestellt.

Wohin kann ich mich setzen? – Setz dich neben meinen Bruder.

Wohin schreibt der Lehrer die Übersetzung? – Er schreibt die Übersetzung über den deutschen Satz.

Wohin pflanzt du die Blumen? – Ich pflanze sie unter den Baum.

Wohin stellst du den Mülleimer? – Ich stelle ihn vor die Tür.

Wohin soll ich das rote Kissen legen? – Leg es zwischen das gelbe und das blaue Kissen.

Wann folgt auf die Wechselpräpositionen der Dativ?

Wenn Sie eine Position angeben, steht das folgende Nomen im Dativ. Die Hilfsfrage ist WO?

Beispiele:

Wo bist du? – Ich bin in der Küche.

Wo steht die Blumenvase? – Die Blumenvase steht auf dem Tisch.

Wo ist der Ball? – Er liegt hinter dem Zaun.

Wo ist die Milchflasche? – Sie ist im Kühlschrank.

Wo soll ich sitzen? – Du sollst neben meinem Bruder sitzen.

Wo steht die Übersetzung? – Die Übersetzung steht über dem deutschen Satz.

Wo wachsen in diesem Garten Blumen? – In diesem Garten wachsen Blumen unter dem Baum.

Wo ist der Mülleimer? – Er steht schon vor der Tür.

Wo liegt das rote Kissen? – Es liegt zwischen dem gelben und dem blauen Kissen.

Besondere Verben

Wichtig für die Wechselpräpositionen sind die Verben setzen – sitzen, stellen – stehen, legen – liegen.

Setzen, stellen und legen geben eine Richtung an, deshalb folgt auf sie der Akkusativ.

Sitzen, stehen und liegen klingen ähnlich, geben jedoch eine Position an. Auf diese Verben folgt der Dativ. Beachten Sie besonders die Perfektformen dieser Verben.

Das Verb hängen können Sie für eine Position oder für eine Richtung benutzen. Die Perfektformen sind jedoch verschieden. Achtung: Viele deutsche Muttersprachler machen hier Fehler!

Beispiele:

Sie setzt das Baby in den Kinderwagen. (wohin?) – Das Baby sitzt im Kinderwagen. (wo?)

Sie hat das Baby in den Kinderwagen gesetzt. (wohin?) – Das Baby hat im Kinderwagen gesessen. (wo?)

Er stellt das Radio auf den Schrank. (wohin?) – Das Radio steht auf dem Schrank. (wo?)

Er hat das Radio auf den Schrank gestellt.  (wohin?) – Das Radio hat auf dem Schrank gestanden. (wo?)

Er legt die Löffel in die Schublade. (wohin?) – Die Löffel liegen in der Schublade. (wo?)

Er hat die Löffel in die Schublade gelegt. (wohin?) – Die Löffel haben in der Schublade gelegen. (wo?)

Sie hängt den Mantel an den Haken. (wohin?) – Der Mantel hängt an dem Haken. (wo?)

Sie hat den Mantel an den Haken gehängt. (wohin?) – Der Mantel hat an dem Haken gehangen. (wo?)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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